
Chalkidiki geografische Lage
Sithonia ist im Vergleich zu Kassandra deutlich gebirgiger. Die Halbinsel wird von Nord nach Süd in der Mitte vom Gebirgszug Itamos-Gebirge durchzogen. Der höchste Gipfel ist der Itamos (817 m). Der gesamte Gebirgszug ist bewaldet (Nadelwald), allerdings hat die Südspitze von Sithonia (ab Höhe Sarti/Sykia) den Wald durch Waldbrände verloren. Sithonias Küste ist vorwiegend eine Steilküste, welche aber an vielen Stellen Buchten aufweist; diese sind mitunter sehr abgeschieden und schwer zu erreichen. In größeren Tälern zum Meer hin befinden sich oftmals Ortschaften, darunter Sykia, Sarti und Toroni. An der Südwestspitze befindet sich mit Porto Koufo, „dem tauben Hafen“, ein großer Naturhafen.
Athos ist im Norden eher mittelgebirgig-bewaldet. An der Südspitze erhebt sich die höchste Erhebung der Chalkidiki: Berg Athos (2033 m ü. NN). Aufgrund seines besonderen Status als autonome Mönchsrepublik ist Athos relativ unberührt. Allerdings haben auch hier Waldbrände größere Naturflächen vernichtet. In der Antike wurde die Halbinsel auch Akte genannt.
Auf dem Gebiet der Chalkidiki existieren mehrere Inseln. Nur eine weist eine Ortschaft auf und ist gesichert ständig bewohnt: Amouliani. Sie ist zugleich die größte der Inseln der Chalkidiki. Auf den Inseln in der Lagune von Vourvourou, vor allem auf der Insel Diaporos, existieren mittlerweile einige Häuser, von denen einige auch ganzjährig bewohnt sind. Die vor Neos Marmaras gelegene Insel Kelyfos, die südöstlich vor Ammouliani gelegene Insel Drenia, die an der Ostküste gelegenen Inseln Eleftheronisi und Kafkanas (Ostküste) sowie das südlich von Neos Marmaras gelegene Spalathronissa sind nicht ständig bewohnt.
Das Wasser an den Küsten ist qualitativ gut (blaue Flagge der EU). Auf der Chalkidiki existieren einige Flüsse, welche im Sommer aber fast immer ausgetrocknet sind. Bei Olynthos/Agios Mamas mündet der Sandanos (Vathounia) und bei Ormylia der Chavrias, welcher auch der längste Fluss der Chalkidiki ist, ins Meer. Am Nordrand der Halbinsel befinden sich der Volvi-See und der Koronia-See. Außer diesen miteinander verbundenen Seen gibt es nur noch den kleinen Salzsee Aliki auf der Insel Amouliani.
Klima
Das Klima der Chalkidiki gliedert sich in drei Vegetationsperioden: Regenzeit, Blüte- und Reifezeit und Trockenzeit. Während das Klima an den Küsten typisch mediterran geprägt ist, machen sich im Zentrum der Halbinsel eher kontinentale Einflüsse bemerkbar (die Halbinsel hat eine Ausdehnung von 101 km). Die winterliche Regenperiode (November bis Februar) ist sehr regenreich und empfindlich kühl. Gelegentlich fällt sogar Schnee, der in den Bergen bis März/April liegen bleiben kann. Die Temperaturen reichen von 13 bis 15 °C am Tag bis um den Gefrierpunkt in der Nacht.
Die Blüte- und Reifezeit beginnt im März. Dann werden selbst die Sandstrände mit einem Blütenteppich und kleinen Gewächsen überzogen. Die Temperaturen sind dem mitteleuropäischen Frühling ähnlich (10–22 °C).
Erst zur Sommerperiode, die im Juni beginnt, werden die Campingplätze geöffnet. Die Temperaturen betragen mittags nicht selten über 30 °C, und es besteht erhöhte Waldbrandgefahr. Diese Periode dauert bis hinein in den Oktober. Öfter als in anderen Regionen Griechenlands kommt es, bedingt durch die hohen Gebirgszüge und die Anbindung ans Festland, zu Schauern und Gewittern. Die Wassertemperaturen betragen je nach Küstenform 22–27 °C.
ChalkidikiKlimadiagrammJFMAMJJASOND
Temperatur in °C, Niederschlag in mmQuelle: Wetter in ChalkidikiMonatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für ChalkidikiJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezMax. Temperatur (°C)101113162125282824191611Ø18,5Min. Temperatur (°C)68912162023242016138Ø14,6Niederschlag (mm)363243343434252242384444Σ428Regentage (d)9985521146912Σ71Quelle: Wetter in Chalkidiki
Flora und Fauna
Aufgrund des Wasserreichtums der Halbinsel gibt es hier eine große Pflanzenvielfalt, die sich in drei Vegetationstypen gliedern lässt: Wälder, Macchia und einige Kulturpflanzen.
Aus der Rinde der Aleppo-Kiefer, mit der Pinie verwandt, wird Harz geerntet, das dem Retsina seinen Geschmack verleiht. Die Esskastanie ist vor allem in den höher gelegenen Gebieten zu finden. Gebrannte Maroni sind ein für die Gegend typisches Gericht. Auch Eukalyptusbäume, die ein erhebliches Waldbrandrisiko bergen, treten ebenso, wie die für alle Mittelmeerregionen typischen Platanen und Zypressen, auf.
Die Macchie, ein immergrünes Gebüschareal, besteht auf der Chalkidiki vor allem aus der Kermes-Eiche, der Steineiche, dem Erdbeerbaum und dem Ginster. Weit verbreitet ist auch die Zistrose. Sie wächst auf dem harten Gestein und verströmt einen harzigen Geruch.
Auf flachen Hügeln und sonnenreichen Tälern wird die Baumwollpflanze angebaut und Mitte September geerntet. Auch die Kulturpflanzen Feige und Granatapfel sind zu finden. Tabak wird auf der Chalkidiki auf großen Feldern gepflanzt und weiterverarbeitet. Daran sind inzwischen viele albanische Gastarbeiter beteiligt. Die wichtigste Kulturpflanze ist allerdings der für Griechenland typische Olivenbaum. Geerntet werden die Oliven vom Oktober bis Dezember und dann meist zu Öl verarbeitet und exportiert.