Sithonia, griechisch Σιθωνία, liegt in Chalkidiki

Regionen

Die schmale Halbinsel wird auch der zweite Finger von Chalkidiki genannt. Man hat am östlichen Strand immer eine schöne Aussicht auf den dritten Finger Athos mit dem gleichnamigen Berg und an der westlichen Seite immer einen Bilck auf Kassandra, dem ersten Finger der Halbinsel Chalkidiki. Im Inneren von Sithonia ist es sehr bergig, die Berge sind aber nicht so hoch wie der Berg Athos aber wesentlich höher als die auf Kassandra.

Sithonia ist touristisch noch nicht so gut erschlossen wie Kassandra. Man sagt auch, Sithonia ist ruhiger als Kassandra. Die auf der Nachbarhalbinsel üblichen Discotheken gibt es hier seltener, die Hotels sind später entstanden und daher auch architektonisch anspruchsvoller. Hotelburgen findet man hier nicht, mit einer Ausnahme: Porto Carras im Süden von Marmaras an der Westküste, die vor Jahrzehnten ein Millionär dorthin gebaut hat. Auch die Strände sind hier nicht ganz so überlastet.

Orte

Der Hauptort von Sithonia ist Nikiti. Er liegt nicht direkt an der Küste, ist mehr ein Ort zur Versorgung der Bevölkerung und der Verwaltung. An der Küste mit dem Strand ist ein komplett neuer Ortsteil mit Hotels und Geschäften für die Touristen entstanden.

Der zweite wichtige Ort ist Neos Marmaras, ebenfalls an der Westküste Sithonias gelegen. Hier ist ein Touristenort entstanden, der schon fast städtischen Charakter hat. Es gibt einen Hafen, von dem die Ausflugsschiffe zu den einsamen Ständen fahren und einen großen Bereich mit Geschäften und Tavernen. Im Norden etwas landeinwärts liegt die dritte Stadt Agios Nicolaos. Ähnlich wie Maramaras im Westen hat sich Sarti an der Ostküste zu einem annehmbaren Touristenort entwickelt. Das traditionellste Dorf ist immer noch Sykia, das kaum vom Tourismus lebt und so noch ursprünglich geblieben ist.

Ganz im Süden an der Westküste findet man das kleine Dorf Toroni. Es liegt schon etwas abseits der Touristenpfade, man kann es aber schon in dem einen oder anderen Reiseführer finden. Hier findet man einen schönen Sandstrand, der nicht so überlaufen ist und man kann auch schön Essen gehen.

Weitere Ziele

Man sollte auf jeden Fall den Süden der Halbinsel besuchen. Entlang der Küstenstraße findet man immer wieder kleine Parkplätze mit herrlichen Aussichten auf das Meer, auf einsame, wunderschöne Sandstrände, schroffe Felsen und schöne Brandung. Manch einsamen Sandstrand kann man auch mit dem Auto erreichen. Dabei sind die Straßen oftmals sehr abenteuerlich, es ist nur Platz für ein Auto, Leitplanken oder Fahrbahnmarkierungen sucht man vergeblich. Aber die Fahrt lohnt auf jeden Fall.

Mit dem Auto ist es nicht weit nach Ouranopoli, der Stadt im Norden des dritten Fingers Athos, der an der Grenze zur gleichnamigen Mönchsrepublik liegt. Von hier aus kann man mit dem Schiff die Klöster der Halbinsel besichtigen, darf das Land freilich nicht betreten.

Ein Ausflug nach Polygyros lohnt, wenn man sich für das Leben der Griechen hier interessiert. Hier findet man eine typische Kleinstadt mit der entsprechenden Kultur.

Das moderne Griechenland findet man in Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt Griechenlands. Hier gibt es Industrie, aber auch ein großes Stadtzentrum mit vielen kleinen Geschäften, aber auch großen Kaufhäusern. Man erlebt aber auch eine überfüllte Großstadt mit heftigem Verkehr und Menschenmassen.

Die Höhlen von Petralona sind eine Besichtigung wert. In dieser Tropfsteinhöhle wurde der älteste Europäer gefunden, worauf man hier sehr stolz ist. Neben der schönen Höhle kann man noch ein kleines Museum besichtigen.

Hintergrund

Sithonia ist erst viel später als Tourismusgebiet erschlossen worden als Kassandra. Das lag vor allem an der fehlenden Infrastruktur. Heute ist sie vorhanden, man baut den Tourismus auf Sithonia aber nicht so brachial aus, wie es auf Kassandra in den 1970er Jahren der Fall war. Man legt Wert auf Hotelanlagen, die sich auch in die Landschaft einpassen. Bausünden sind weitgehend unbekannt. Dazu gilt Sithonia als der ruhigere Finger, viel mehr steht Sithonia für den Familienurlaub in angenehmer Atmosphäre

 

Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft wichtig. Viele Griechen arbeiten hier. Es gibt Plantagen, auf denen Gemüse angebaut wird, es gibt die typischen Olivenhaine. Je weiter man nach Süden kommt, desto weniger wird auch die Landwirschaft. Hier gibt es viele Waldgebiete, die auch von verheerenden Waldbränden weitestgehend verschont wurden. Das liegt auch daran, das die Bevölkerungsdichte immer weiter abnimmt, je weiter man nach Süden kommt.

Sprache

Auf Sithonia wird (neu)-griechisch gesprochen. Es gibt aber unzählige Griechen die deutsch und/oder englisch sprechen können. Man kann sich praktisch überall verständigen. Erst wenn man in einen Ort kommt, der sehr abseits liegt, könnte man Probleme bekommen. Aber mit Händen und Füßen kann man sich auch hier verständigen. Alle wichtigen Schilder sind doppelt vorhanden, einmal auf griechisch und einmal auf englisch. Man findet sich überall gut zurecht. Man sollte aber das griechische Alphabet kennen, dann ist die Orientierung noch einfacher.

Anreise

Man reist am schnellsten mit dem Flugzeug an. Im Süden von Thessaloniki befindet sich der internationale Flughafen . Von hier aus kann man Sithonia innerhalb von einer Stunde erreichen. Man nimmt am besten einen Mietwagen oder fährt mit dem Bus. Die Straßen nach Sithonia sind gut ausgebaut. Bis kurz nach Nea Moudania  geht die Autobahn, dann geht es auf einer großzügig ausgebauten Straße weiter. Die Anreise mit dem Bus von Thessaloniki gewährleistet die Busgesellschaft KTEL , die dreimal täglich vom Busbahnhof in Thessaloniki nach Sithonia fährt. Vom Flughafen sollte man am Besten mit dem Taxi zum Busbahnhof fahren. Der Bus umfährt die Halbinsel und hält an jedem Ort.

Mobilität

Sithonia ist an das Busnetz von Chalkidiki angeschlossen. Dabei muss man sich die Buslinien anders vorstellen, als in Deutschland. Einen richtigen Fahrplan gibt es nicht. An wichtigen Bushaltestellen hängen lediglich die Abfahrtszeiten aus, auf die man sich auch nicht verlassen kann, da die Busse zeitverzögert (oft zu spät, manchmal aber auch 10min früher!) kommen, was wohl an der griechischen Mentalität liegt. Wenn der Bus kommt muss man auch aufstehen und winken, weil er sonst nicht anhält.

Am besten kann man die Halbinsel mit dem Auto erkunden. Die Hauptstraßen sind recht gut ausgebaut, die Beschilderung in Ordnung. Erst wenn man die Hauptstraßen verlässt, kann es doch schon recht abenteuerlich werden. Viele sind hier auch mit dem Fahrrad unterwegs. Doch Sithonia ist sehr gebirgig und die Strecken sind für ungeübte Radfahrer nicht geeignet. Und Fahradfahren ist auch nicht ganz ungefährlich, weil viele Autofahrer, insbesondere Busse und Lkw, kaum Rücksicht auf Radfahrer nehmen.

Sehenswürdigkeiten

 

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Landschaft. Gerade, wenn man nach Süden fährt, wird es immer schöner. An der Straße kann man an vielen Stellen anhalten, und die Aussicht genießen. Man muss nur vorsichtig sein, denn die Parkplätze sind nicht asphaltiert. Man kann mit dem Auto schnell einmal aufsetzen. Dazu kommen die herrlichen Strände. Man muss zwar etwas Glück haben, so einen Traumstrand zu finden, aber wenn man etwas Geduld hat findet man die auch. Am besten man fragt nach.
Im Süden Toronis gibt es Reste einer byzantinischen Burg zu sehen, jedoch ist der Großteil so zerstört, dass man kaum noch etwas erkennen kann.

Das kleine Dorf Porto Kourfu im Süden der Halbinsel läd ebenfalls zu einem kurzen Tripp ein. Übersetzt heißt der Name „der versteckte Hafen“.

Aktivitäten

Sithonia lädt in erster Linie zum entspannen und relaxen ein. Man macht klassischen Badeurlaub. Das geht aber nicht nur als Pauschalreise mit Hotel, sondern ist besonders interessant für Camper. Auf Sithonia gibt es zahlreiche kleine Camping-Plätze, die fast alle direkt am Meer liegen und einen Strand bieten.

Individualreise

Sithonia eignet sich sehr gut, um sie ausgerüstet mit Zelt und Rucksack zu erkunden. Wichtig hierfür ist, dass man sich vorher eine gute Karte (Maßstab 1:150 000) kauft. Vor Ort gibt es nur grob aufgelöste Karten zu kaufen. Campingplätze gibt es an den Küstenregionen der Insel in jedem Dorf. Diese öffnen aber meist erst zur Sommersaison (Mitte Mai/Anfang Juni bis September). Dieses sollte man unbedingt vor dem Tripp beachten. Die meisten Campingplätze sind mit einem Supermarkt, einem Restaurant und Sanitäranlagen (nicht immer im deutschen Standard!) ausgestattet. Viele Mitarbeiter sprechen deutsch oder englisch.

Zu beachten ist, dass es im Osten der Insel wenig Wanderwege gibt, sodass der Großteil auf einer Schnellstraße zu wandern ist. Diese Strecken sollte man eher mit einem Bus entlangfahren. Nur zu den Stränden führen Wanderwege, welche sich zu lohnen laufen! Man sollte jedoch Sandwege, sowie Höhenmeter nicht scheuen. Möchte man die ganze Insel zu Fuß umrunden, sollte man sich ungefähr 2 Wochen Zeit nehmen für diese ca. 110km lange Strecke (Start Agios Nikolaos – Nikiti). (Mit den Wanderwegen zu den Stränden erhöht sich die Strecke, da viele Strände weit weg von der Schnellstraße sind.)

Auch das Befahren mit dem Fahrrad lohnt sich. In geführten Gruppenreisen kann man über mehrere Tage in längeren Tripps einzelne Gegenden der Insel erkunden.

Küche

In den Touristen-Zentren gibt es häufig einen Mix aus griechischer Küche und internationaler Küche, meist Fast-Food, wobei die großen Fast-Food-Ketten hier noch nicht präsent sind. Es geht da mehr um Gyros und Pizza (man findet in der traditionellen griechischen Küche in den Tavernen eigentlich nie Gyros!). Abseits der ausgetretenen Touristenwege, in den Ortschaften, wo man nur griechisch spricht, da kann man die gute mediterrane, griechische Küche genießen. Das Essen ist hier preiswert und reichlich, typisch griechisch lauwarm, das sollte einen nicht verwundern. Und man sitzt fast überall draußen. Es gibt kaum eine Taverne, die viele Plätze im Restaurant selber anbietet. Die wichtigsten Plätze sind draußen und die sind auch immer als erstes besetzt.

Nachtleben

 

Das Nachtleben auf Sithonia ist recht entspannt. Die heftigen Diskotheken, wie auf Kassandra, gibt es nicht. Man sitzt an den Bars oder in den Tavernen, es gibt entweder Top-Ten-Musik oder griechische Musik und man trinkt Landwein aus der Gegend, der nicht schlecht ist. Die Nächte werden hier nicht durchgefeiert, es geht mehr gemütlich zu. Ein guter Tipp ist, einen Abend in einer Taverne zu verbringen, die abseits der Hotelanlagen ist. Man bekommt einen Einblick in das griechische Leben, erlebt lautstarke Diskussionen über zum Teil banale Themen. Und man wird sofort aufgenommen. Die Gastfreundschaft hier ist schon enorm. Mit ein bisschen Glück erlebt man einen wunderbaren Abend.

Sicherheit

Wie in ganz Griechenland ist die Kriminalität auf Sithonia eher zu vernachlässigen. Auch die importierte Kriminalität durch Touristen, die man aus Kassandra kennt, ist hier kaum ein Problem. Dazu kommt, dass es eine spürbare Polizeipräsenz gibt und man auch hier eine Touristenpolizei aufgebaut hat, bei der man besser zurecht kommt, als bei der normalen Polizei.

Klima

Das Klima auf Sithonia ist so, wie in ganz Griechenland. Von Mai bis Anfang Oktober gibt es kaum Regen (auch wenn es 2009 ganz anders war). Im Hochsommer wird es sehr heiß. Es ist aber eine trockene Hitze. Im Winter regnet es viel. Man kann diesen Winter aber nicht mit dem Winter in Deutschland vergleichen. Er fühlt sich eher an, wie hier der Herbst. Frost gibt es hier eigentlich nie.

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